CD TRANSGRESSION | Review (Hardmusicbase, CZ)

Das Werk ist eine dämonische Massage mit glühenden Schürhaken, aber warum nicht wenn man auf Hiebe mit der neunschwänzigen Katze am Rücken abfährt?

Das neue Album der Österreicher SCARECROW NWA „Transgression“ ist eine ausgesprochen gut gelungene Äqulibristik mit großartigen Vocals. Es wäre geil, wenn die zu milden Gitarren nicht von den Vocals ertränkt würden. Wenn man sie leicht verfeinerte und wenn sie mehr Killer als Heavy klingen würden, wäre das eine gute Sache. Das Werk ist eine dämonische Massage mit glühenden Schürhaken, aber warum nicht, wenn man auf Hiebe mit der neunschwänzige Katze am Rücken abfährt? Der heavy Sound passt! Wenn man sich an den Kontrast zwischen sehr brutalen Vocals und nicht so brutal klingenden Gitarren gewöhnt hat, ist das Album durchaus als gelungene Arbeit anzusehen.

SCARECROW NWA benutzen häufig Heavy-Motive in ihren devastierenden Atmosphären, welche vielleicht stellenweise das Blut-Deathmetal-Kettenkarussell bremsen, dabei aber wirken wie ein Kontrast zwischen zwei Welten in einer Kristallkugel des Bizarren. Was ich persönlich sehr gut finde ist ein starkes Legat von weltmeisterlicher Klassik und das nicht nur in den Gitarrensoli.

Genug geredet… denn schon der Eröffnungssong „MMXII“ , verpackt in einen Kokkon aus Heavy-Thrash-Death Motiven vermischt mit klassischer Kunst, die auch Vivaldi aus dem Grab auferstehen wollen ließe um eine Extrem-Metal Band zu gründen, zeigt dies eindrucksvoll. Man muss nicht Angst haben weil dieser Song neuneinhalb Minuten dauert, denn er ist zur Genüge mit sehr abwechslungsreichen Stilen gespickt, genau wie alle anderen Stücke auf der Scheibe.
Der nächste Song „Transgression“ , der auch der Titelsong der Platte ist, steht für eine Änderung von höllischer Speed-Trash-Atmosphäre mit der er gegen Heavy-Doom Metal ketzt und für einen Moment in die Bewusstlosigkeit von Gothik-Rock mit sauberen Vocals fällt. Wieder ein sehr buntes Meisterstück aus einer Welt zwischen den Welten. Es ist, als ob man etwas anbindet das keine Ambitionen hat wegzulaufen, aber man trotzdem Angst hat, dass es das könnte.
„Technology Of Death“ ist, obwohl er die besten Zutaten beinhaltet, für mich der schwächste Song. Irgendwie konnte der heilige Arsch verfehlt werden, obwohl man mit dem Stiefel in die richtige Richtung getreten hatte.
Leicht sanfter und für manche auch leicher verträglich ist „Self Enslavement“. Ein Song der sich nicht aufdrängt und gespickt ist mit melodischem Feuer und einem zarten Trieb Leidenschaft.
Im Vergleich dazu ist „Backstab Romance“ eine Hymne par excellence. Sozusagen ein klangliches Renaissancethema in einem gothischen Mantel. Ein Song, der anmutet wie der Sensenmann mit seiner Sense auf einem Feld stehend, gepaart mit Heavy-Speed-Metal Refrains. Refrains insofern, weil sich bei der Menge der sich regelmäßig wiederholenden Motive kein gottloses Schwein mehr orientieren kann.
Eigentlich schwer zu verstehen was der Verfasser mit dem darauf folgenden Song „Resurrection“ ausdrücken wollte. Es ist eine sehr stark psycho-pathologische Brühe von Demenz. Wer kann da noch sicher sein, ob seine Eltern nicht Geschwister waren?
Gegenüber dem kann „At Dead Of Night“ wie geradliniger Melodic-Metal mit einem starken Klassikvermächtnis gesehen werden. Raten Sie mal, warum mich ein Teil des Liedes an die verrückte Great Kat (www.greatkat.com) erinnert. Jedoch ist die geradlinige Relativität von SCARECROW NWA nicht relativ.
Das nächste Mal Perlen vor die Säue zu werfen ist mit „Feel the Silence“ gelungen. Dieser Song gehört zum meinen Lieblingsstücken und ist dank melodischer Klänge die hitverdächtigste Nummer.
Nun kommen wir auch schon zum letzten Song (dem zweitlängsten des Albums) mit dem Namen „Scarecrow´s Song“. Für manche könnte er kontrovers wirken, weil quasi nichts darin zusammenpasst.Einen derart gestalteten „Abschluss“ eines Albums würde fast niemand erwarten und beim ersten Anhören könnte man Gefahr laufen die Identität desselben zu verlieren. Allerdings muss ich sagen, dass es ein sehr gelungener Song ist. Dieses Stück ist reiner Epic-Metal mit ausschließlich zwei kurzen Sprüngen ins Death- und Blackmetalgenre die erfolgreich die halbfaden Manowar-Songs aus den letzten 20 Jahren ersetzen.

Dieses Album braucht Zeit um im Gehirn heranzureifen und obwohl mir das Album sofort gefallen hat, wollte ich zuerst nur 7 Punkte geben. Jetzt gebe ich 9 Punkte und wenn ich nichts besseres mehr fände, dann gäbe ich auch 10.

(Original zu finden auf Hardmusicbase… Unser Dank für die Übersetzung an Petra \m/)

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