CD TRANSGRESSION | Review (Moremetal,AT)

Scarecrow N.W.A. – Transgression (2013)

Das Warten hat sich gelohnt, die Verzögerung tut der Kraft und Wucht des aktuellen Werkes keinen Abbruch – im Gegenteil, trotz aller Düsternis erreicht uns ein druckvolles „Hurra, wir leben noch!“

Interpret: Scarecrow N.W.A.
Genre: Advanced Deathmetal Art
Typ: Cd – Review
Album: Transgression
Laufzeit: 62:28
Label: Noiseheadrecords
Release: 28.09.2013

Links:

www.scarecrow.at, www.facebook.com/ScarecrowNWA

 

Stückwerk:

  1. MMXII
  2. Transgression
  3. Self-Enslavement
  4. Technology of Death
  5. Backstab Romance
  6. Resurrection
  7. At Dead of Night
  8. Feel the Silence
  9. Scarecrow’s Song (bonus track)

 

Die neue Scheibe von Scarecrow N.W.A. ließ leider etwas auf sich warten, die Veröffentlichung war eigentlich bereits für 2012 geplant. So verweist auch einer der Songtitel auf das gemäß der Maya-Prophezeiung vermeintliche Jahr des Untergangs 2012. Der Weltuntergang ist ausgeblieben, das Album „Transgression“ mittlerweile erschienen. Das Warten hat sich gelohnt, die Verzögerung tut der Kraft und Wucht des aktuellen Werkes keinen Abbruch – im Gegenteil, trotz aller Düsternis erreicht uns ein druckvolles „Hurra, wir leben noch!“

Gleich im Opener „MMXII“ bricht sich nach einem melodiösen und stimmungsvollen Intro der Weltuntergang 2012 brachial und unaufhaltsam die Bahn. „MMXII“ als Soundtrack zum Ende der Welt, das nur vorübergehend verschoben ist.

Dessen macht die nicht weniger druckvolle Nummer „Transgression“ sicher. Die Sündhaftigkeit der Menschheit wird sie unweigerlich in den Untergang, zur Zerstörung des eigenen Daseins, führen.

Das mit der Frage nach wesentlichen Lebensentscheidungen beginnende „Self-Enslavement“ führt in das Spannungsfeld des „Freien Willens“. Sind unsere Entscheidungen wirklich frei und deshalb ein Beweis für den „Freien Willen“? Oder treffen wir nur vermeintlich freie Entscheidungen, ist im Gegenteil nicht schon unsere Entscheidung selbst vorherbestimmt? Der pessimistische Determinismus wird musikalisch gelungen umgesetzt.

Mit viel harter Gitarren- und Schlagzeugarbeit sowie eingängiger Melodieführung leitet „Technology of Death“ zur „Backstab Romance“ über, für mich einer der Höhepunkte der Scheibe. Ein melodisch eingängiges, wenngleich druckvolles Intro eröffnet ein kompositorisch durch und durch gelungenes Lied, in welchem vor allem auch die cleanen Parts überzeugen. Der geneigte Hörer wird auf den im Songtext zitierte Flug des Ikarus mitgenommen. Auf den Absturz des Ikarus folgt in „Resurrection“ der Zerfall der Welt, wieder in härtere Klänge gehüllt. Auch zerfällt die zunächst hoffend besungene Verheißung der Wiederauferstehung, die sich als Fluch entpuppt. Ein gelungener, trotz des komplexen Aufbaus eingängiger Song.

„At dead of night“ überzeugt durch seine Headbangtauglichkeit, harte Gitarrenwände vor der im Hintergrund rollenden Drum-Walze, aufgelockert durch furiose Gitarrensoli. Meiner Meinung ein weiteres, wenn nicht das Highlight des neuen Albums.

Der schnelle und aggressive Rausschmeißer „Feel the Silence“ besingt denn kein bisschen leise die Stille nach dem Weltuntergang und rundet das gelungene Werk der Grazer gebührend ab.

Es folgt noch der Bonus Track „Scarecrow’s song“. Dieser hebt balladesk an, um sich dann in Man-o-War-Manier zu einer wahren Hymne zu entwickeln. Druckvoll, kraftvoll und mit der nötigen Portion Pathos darf man sich hier vor allem auf die live-Darbietung freuen!

Anspieltipps: „MMXII“, „Backstab Romance“, „At dead of night“ und natürlich „Scarecrow’s song“

(Wundenwolf 8,5 von 10)

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