CD TRANSGRESSION | Review (Nocturnalhall, DE)

Einfach haben es uns SCARECROW N.W.A. noch nie gemacht und auch das neue Werk Transgression ist das Gegenteil von musikalischem Fast Food geworden, wobei diesmal kompositorischer Anspruch und Nachvollziehbarkeit eine gute Symbiose eingehen. Positiv fällt auch von Beginn an der volle, wuchtige Klang auf.

SCARECROW N.W.A. – Transgression

Label:     Noisehead Records
Release:     28.09.2013
Von:     Stormlord
Punkte:     9/10
Time:     62:33
Stil:     Death Metal
URL:     Scarecrow N.W.A.

Einfach haben es uns SCARECROW N.W.A. noch nie gemacht und auch das neue Werk Transgression ist das Gegenteil von musikalischem Fast Food geworden, wobei diesmal kompositorischer Anspruch und Nachvollziehbarkeit eine gute Symbiose eingehen. Positiv fällt auch von Beginn an der volle, wuchtige Klang auf.

Mutig beginnt das Album mit dem opulenten Stück MMXXII. Lange Instrumentalpassagen gehören dabei genauso zum Repertoire wie verschiedenste Stimmungs- und Geschwindigkeitswechsel. Auch leicht orientalisch angehauchte, teils hymnische Gitarrensoli können als Pluspunkte verzeichnet werden. Beim Titelstück Transgression variiert der voluminöse, kräftige Gesang dann mehr und eine kurze Klarpassage lockert den Vortrag auf. Man groovt mal dahin, dann steigert sich die Geschwindigkeit; gut finde ich auch, dass die Double Bass nicht durchgehend eingesetzt wird und daher der Wille zu Abwechslungsreichtum jederzeit gegeben ist. Sehr intensiv wirken SCARECROW N.W.A. dann, wenn leicht corige Parts eingestreut werden und ein richtiggehendes Live-Gefühl heraufbeschworen wird – man höre die groovenden Sequenzen im Verlauf von Self-Enslavement; garniert wird das Ganze von durchgezogenen Gitarrenlinien, und auch das schneller geshoutete Ende funktioniert bestens. Akzentuierte Eingängigkeit und vertrackte, modern angehauchte Komplexität prägen Technology Of Death passenderweise. Es fällt auf, dass die Band wenig Wert auf ohrenschmeichelnde Refrains legt, stattdessen liegt der Fokus auf variabler Instrumentalpräsentation. Auch bei den Vocals ist Sänger Bernd um Abwechslung bemüht, wie auch der klar gesungene Part von Backstab Romance beweist. Ansonsten geht es finster growlend – so in die Richtung Johan Hegg – zur Sache. Diese beiden Pole machen genannten Song zu einer Achterbahnfahrt zwischen Feinfühligkeit und Dampfhammerramme, was ich als sehr gelungen empfinde.

Dieselbe Taktik wenden die Jungs auch beim teils leichtfüßig trabenden, dann heftig bolzenden Resurrection mit Erfolg an. Nach der ruhigen Einleitung erhöhen ein leichter Core-Einschlag und flirrende Shredder-Gitarren die Durchschlagskraft.

Atempause gefällig? Fehlanzeige! At Dead Of Night ist das wohl aggressivste und schnellste Lied auf Transgression, schnörkellos nach vorne hämmernde Drums und bissiger Gesang springen den Hörer ungewohnt direkt ins Gesicht. Feel The Silence ist ein total irreführender Titel, denn das Gegenteil ist der Fall: der gesprochene Refrain und die dezent modernen Einflüsse stehen der Band sehr gut zu Gesicht. Danach versprühen SCARECROW N.W.A. bei Scarecrow’s Song Lagerfeuerromantik, wenn zu einer Akustikgitarre hymnische Vocals erklingen. Doch dieses Szenario weicht stampfender, pathetischer Dramatik und locker-flockigem Dahintraben. Insgesamt sorgen die Musiker so für einen unerwarteten und effektiven Schlusspunkt, der auch rockige Riffs mit einfließen lässt. Irgendwie klingt das letzte Stück wie eine Coverversion, so vertraut scheint sie nach dem ersten Hören schon zu sein.

Transgression ist der nächste Schritt für SCARECROW N.W.A. auf der qualitativ nach oben hin offenen Stormlord-Skala 😉 und zeigt deutlich den Willen zu Innovation auf – man will eben nicht gleich klingen wie hunderte andere Bands auch – erfolgstechnisch gesehen ist das zwar ein hartes Brot, aber künstlerisch wirklich respektabel! Ich bin jedenfalls von SCARECROW Noch Weiterhin Angetan!

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